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100 Jahre Soldan
100 Jahre Soldan - Partner der Anwälte und Notare
 Ehrenpromotion Dr. Dieter Ahlers

Wer als Gast oder Besucher die vergleichsweise jugendfrische Universität Bielefeld betritt, sieht, dass das technisch-nüchterne und schnörkellose Baukonzept der Universitätsneugründungen der frühen 70er Jahre durchaus schon kleinere historische Ringe angesetzt hat, die Identität für Studierende, Universitätslehrer und Forschungsarbeiten stiften sowie Ausstrahlung bewirken. In diesem akademischen Rahmen fand am 16. April 1999 eine frohgestimmte und ehrenvolle Versammlung statt. Die Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Bielefeld hat Rechtsanwalt und Notar Dr. Dieter Ahlers den Grad DOCTOR IURIS HONORIS CAUSA verliehen, in Anerkennung seiner Verdienste um die anwaltsbezogene Ausbildung junger Juristinnen und Juristen und um das Gesellschaftsrecht der freien Berufe, insbesondere um die Anwalts-GmbH. So heißt es in de Verleihungsurkunde.

Der Dekan der Fakultät Prof. Dr. Fritz Jost gab in der Begrüßung einige Hinweise auf das Lehr- und Ausbildungskonzept der Bielefelder Fakultät, das sich von Anfang an als Wissenschaft verstand, die den Weg zu souveräner praktischer Berufstätigkeit eröffnet. Diese Art wissenschaftlichen Lehrens und Lernens fordert den engagierten, wagemutigen, pädagogisch-kreativen Hochschullehrer. Die Universität Bielefeld hat solche Universitätslehrer stets angezogen, ihnen Raum für Erfahrungen gegeben, die sie dann auch, verließen sie Bielefeld, in andere Universitäten mitnehmen konnten.

Für Dr. Dieter Ahlers ist ein so geschnittenes wissenschaftliches Umfeld ideal. Das zeigte die feingestimmte und temperamentvolle Laudatio, die Prof. Dr. Harald Weber sprach. Sie präsentierte uns einen bemerkenswerten Mann, herausragenden Rechtsanwalt und Akteur, der stets aufgrund eines durchdachten Konzepts - man kann auch sagen: wissenschaftsgeleitet - handelt.

Dr. Dieter Ahlers gehört der Generation der Väter an, die ihre Ausbildung und das Fundament künftiger beruflicher Tätigkeit in den hoffnungslosen Jahren des endenden zweiten Weltkriegs und den kargen Aufbaujahren der Nachkriegszeit verfolgen mußten. Dies erforderte schnörkellose Zielstrebigkeit, praktisches Geschick und Unermüdlichkeit in der überwindung sich auftürmender Hindernisse. Mit diesen Eigenschaften brachte Dr. Dieter Ahlers die noch im Krieg geschriebene Dissertation "Der Grundstücksschwarzkauf - Ein Beitrag zur Verordnung über die Preisüberwachung (RGBl. 1942 I S. 451) und die Rechtsfolgen von Preisverstößen im Grundstückshandel" schließlich an den Bestimmungsort Hamburg. Er hat kein Exemplar dieser Dissertation. Sie liegt aber in der Universität Hamburg, aus Gründen der Sicherung des Materials nicht für den Austausch bestimmt. Die Ausbildung als Volljurist ist im Mai 1948 abgeschlossen.

Dr. Dieter Ahlers ist Rechtsanwalt, bald auch Notar in Bremen, Namensgeber und Seniorsozius einer bedeutenden und angesehenen bremischen Anwalts- und Notarkanzlei. Seine Arbeitsgebiete sind das Handels- und Gesellschaftsrecht, die Beratung gewerblicher Unternehmen, das Erbrecht. Er war Jahrzehnte in der Schiedsgerichtsbarkeit, einer Domäne der Hansestädte, tätig. Den Anliegen der Anwaltschaft hat er sich gewidmet in der Ehrengerichtsbarkeit, als langjähriges Mitglied des Vorstandes und als Vizepräsident des Deutschen Anwaltvereins. Bis zur Stunde wirkt er im Zivilrechtsausschuß und im Handelsrechtsausschuß des Deutschen Anwaltvereins, der Dr. Dieter Ahlers im Jahre 1995 mit der Hans-Dahs-Plakette, der höchsten Auszeichnung der deutschen Anwaltschaft, ehrte.

Die Arbeiten in den genannten Ausschüssen, die Aufsätze zur Rechtsanwalts-GmbH, zum Anwaltsnotar als Gesellschafter einer überörtlichen Sozietät und einer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH sind Musterbeispiele schnörkelloser, auf die Praxis bezogener Wirtschaft, die Dr. Dieter Ahlers liebt. Diese Art wissenschaftlicher Ausbildung und Grundierung möchte er den jungen Juristinnen und Juristen zur Verfügung stellen. Er entwickelte hierfür ein Konzept für die Reform und Entschlackung der Juristenausbildung, das er der öffentlichkeit und den gesetzgebenden Gremien vorstellte.

Das wirtschaftliche und finanzielle Fundament für die Verbesserung der Juristenausbildung und die Förderung der Anwaltschaft im allgemeinen findet Dr. Dieter Ahlers in seiner Tätigkeit als Vorstand der Hans Soldan Stiftung. Aufgrund eines klaren Konzepts trennte er das Stiftungsunternehmen in eine operative GmbH und die gemeinnützige Hans Soldan Stiftung, deren alleiniger Vorstand er bleibt. Diese Konstruktion ermöglicht es der Stiftung, aus den ihr zufließenden Mitteln als einen ihrer Zwecke die anwaltsbezogene Ausbildung an den Universitäten zu fördern und zur Durchsetzung zu bringen. Dies geschieht derzeit an neun deutschen Universitäten durch Förderung von Instituten und Lehrstühlen für Anwaltsrecht, so auchin Bielefeld.

In Bielefeld gibt es aber noch eine Besonderheit, und so mag sich die Spange zwischen dieser Universität und Dr. Dieter Ahlers schließen. Die Besonderheit ist der inzwischen weitbekannte und sehr gefragte "Bielefelder Kompaktkurs Anwalts- und Notartätigkeit" - Universitäre Wahlstation und Aufbaukurs für Referendare, Assessoren und junge Rechtsanwälte" unermüdlich initiiert, organisiert und inhaltlich gestaltet von Prof. Dr. Harald Weber. Hier trägt Dr. Dieter Ahlers jungen Juristinnen und Juristen vor, er fördert diesen Kurs mit Freude, hierbei, wie bei allen Fördermaßnahmen für die Universitäten und den sonstigen Aktivitäten der Stiftung sehr verständnisvoll unterstützt von Hans-Georg-Curtze, dem von der Familie des Stifters in den Aufsichtsrat der Stiftung entsandten Vorsitzenden.

Dr. Dieter Ahlers dankte für die ihm verliehene Ehrendoktorwürde mit einem Vortrag zum Thema "Vertragsgestaltung im schiedsrichterlichen Verfahren".
Wir danken ihm., freuen uns mit ihm über die Auszeichnung und richten an Dr. Dr. h. c. Dieter Ahlers und seine verehrte Frau Gemahlin, ohne die dies alles nicht ging und geht, einen herzlichen Gruß.